Pressemitteilung des Deutschen LandFrauenverbandes

Landwirtschaft und Gesellschaft: Der Dialog muss jetzt beginnen!
Deutscher LandFrauenverband will Brücken zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft bauen, um Zukunft der heimischen Landwirtschaft zu sichern.

Berlin, 23.10.2019 – Angesichts der lautstarken Proteste tausender Landwirtinnen und Landwirte gestern sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv): „Ich habe großen Respekt und Verständnis für die Bäuerinnen und Bauern, die deutschlandweit auf die Straße gegangen sind. Es geht ihnen um die Zukunft der Landwirtschaft, ihrer Betriebe und damit ihrer Familien. Deshalb brauchen wir jetzt dringend eine gemeinsame Vision für die heimische Landwirtschaft!“ Der dlv fordert die Bundesregierung auf, sofort einen konstruktiven und zielorientierten Dialog zu initiieren und erwartet als berufsständische Vertretung der Bäuerinnen, aktiv darin eingebunden zu werden.
Die Delegierten des dlv-Fachausschusses Agrarpolitik und Umwelt diskutierten dazu gestern über Wege zu einem „Gesellschaftsvertrag“ zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Ein solcher soll ein gemeinsames, langfristiges Grundverständnis von Gesellschaft und Landwirtschaft festschreiben und damit die Grundlage für eine kohärente Weiterentwicklung der deutschen Agrarpolitik liefern. Denn aktuell fehlt die dringend notwendige langfristige Planungssicherheit für die Bäuerinnen und Bauern. Juliane Vees, Vorsitzende des Ausschusses und erste Vizepräsidentin des dlv, sagt dazu: „Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft. Um das wieder sicherzustellen, müssen wir uns gemeinsam mit allen Akteuren an einen Tisch setzen und so lange im Dialog bleiben, bis sich ein gemeinsamer Grundkonsens herausbildet.“
Die aktuellen Proteste sind Ausdruck fehlenden Verständnisses von Gesellschaft, Politik und Landwirtschaft füreinander, mahnt der dlv und setzt auf einen ehrlichen Austausch zwischen den Akteuren. Geplante Auflagen und Verbote im Pflanzenschutz, in der Düngung sowie der Tierhaltung setzen die Betriebe immens unter Druck. Die aktuelle Agrarpolitik führt zu großen Wettbewerbsnachteilen für die heimische Landwirtschaft und beschleunigt damit das Höfesterben, warnt der dlv.

Pressekontakt:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv)
Clara Billen
Tel: 030-28 44 929 14
billen@landfrauen.info

Ein Acker in der Schule: Preis für Schulgarten in Weingarten

„Wir essen, was wir ackern“ unter diesem Motte beackerten rund 15 Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse an der Turmbergschule in Weingarten seit Frühjahr 2019 ein kleines Feldstück neben der Schule. Sie haben gesät, gepflanzt, gepflegt, gegossen und geerntet – und das Ganze im Internet unter www.flurgarten.org dokumentiert. Eine ganz besondere Ernte durften sie dafür an ihrem Erntedankfest am 10. Oktober einfahren: sie erhielten den mit 200 Euro dotierten Sonderpreis der Schulgarteninitiative „Lernen für die Zukunft“ 2018/2019 aus den Händen von Marie-Luise Linckh, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e.V.

Besonders beeindruckt hat dabei das Konzept, „einen Acker als Schulgarten anzulegen und dies gleichzeitig medial mit einem Logbuch zu begleiten“ so Marie-Luise Linckh. Damit gelänge es, einen größeren Kreis für die Projektidee zu begeistern und einen Beitrag zum Erzeuger-Verbraucher-Dialog zu leisten. Die Turmbergschule kooperierte dabei mit der Initiative „Flurkultur“ aus Weingarten, die das Projekt mit auf den Weg gebracht hat und bei der Betreuung des Ackers unterstützte.

So haben die Kinder der Acker-AG erfahren, wie gutes Essen entsteht, denn viel Arbeit und sorgfältige Pflege – auch über die Ferien – war nötig, damit die Salate, Radieschen, Kartoffeln, Tomaten, Rote Bete, Mangold, Fenchel und Feldsalat gedeihen konnten. Dass die Siebtklässler dabei höchst erfolgreich waren, davon konnten sich die Anwesenden bei der Preisverleihung persönlich überzeugen: zu ihrem Erntedankfest bereiteten die Schülerinnen und Schüler aus den selbstangebauten Feldfrüchten in der Schulküche eine Kartoffelkürbispizza, Mangoldkuchen und eine Kürbisquiche für einen kleinen Empfang zu.

An der Schulgarteninitiative 2018/2019 „Lernen für die Zukunft – Gärtnerin macht Schule“, begleitet vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und vom Ministerium für Kultur, Jugend und Sport, beteiligten sich 136 Schulen. Mit der Initiative werden Lernprozesse im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützt. Schülerinnen und Schüler lernen Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.

Erntedank am 6. Oktober 2019 im Ulmer Münster mit den LandFrauenkreisverbänden Ulm und Blaubeuren

Die KreislandFrauen Ulm und Blaubeuren haben am 6. Oktober ein besonderes Erntedankfest erlebt: gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Ulm-Ehingen, dem evangelischen Bauernwerk, der Landjugend und der evangelischen Münstergemeinde haben sie im Ulmer Münster einen Gottesdienst für über 1000 Besucherinnen und Besucher gestaltet in dem sie für die Schöpfung und das vergangene Erntejahr dankten. Sie schmückten die Kirche mit einer wunderbaren Erntekrone und Dekoration, ein Projektchor aus 70 LandFrauen sorgte für die musikalische Untermalung und ein Imbiss brachte die Menschen miteinander ins Gespräch.

Zukunftsfähigkeit im Ortsverein –

Qualifizierungsschulung für aktive und zukünftige Führungskräfte auf Ort- und Kreisebene

Mit Zuversicht in die Zukunft
Wofür stehen wir?
Wo wollen wir hin?
Wie kommen wir dahin?

Seminar am 16. November 2019 in Stuttgart – Plieningen im Christkönigshaus

Zeit: 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Referentin: Rita Reichenbach-Lachenmann

Noch Plätze frei!

 

 

Fachtag Alte Sorten im Freilichtmuseum Beuren

Am 1. Oktober trafen sich 50 LandFrauen zum Fachtag „Erdbeerspinat, Dickkopf-Landweizen, Geishirtle & Co – alte Sorten neu belebt“ im Freilichtmuseum Beuren.

Am Vormittag gab es vier Vorträge über alte Pflanzensorten aus unterschiedlichen Perspektiven: Landschaftsökologe Professor Roman Lenz sprach über ihre Bedeutung für die Artenvielfalt, Kulturwissenschaftlerin Felicitas Wehnert beleuchtete kulturhistorische Hintergründe, der Pflanzenzüchter Professor Friedrich Longin erklärte, welche Kriterien für die Zucht eine Rolle spielen und die Marketingexpertin Susanne Erb-Weber berichtete, welche Erfahrungen eine Bäckerei bei der Markteinführung des Dickkopf-Landweizens gemacht hat.
Bei zwei Führungen durch das Museum lernten die Frauen am Nachmittag die Präsentation alter Sorten im Museum kennen – und durften auch einige Schätze als Samen mit nach Hause nehmen.