AG der LandFrauenverbände im Dialog mit Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2026

Die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände in Baden-Württemberg hat Gespräche mit einigen Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien geführt, um die Anliegen von Frauen im ländlichen Raum gezielt in den politischen Dialog einzubringen. Ziel ist es, die Lebenssituation von Frauen und Familien zu verbessern und die Perspektive der LandFrauen in die politische Diskussion einzubringen.

Die Vertreterinnen der Arbeitsgemeinschaft trafen sich mit Andreas Stoch (SPD), Cem Özdemir (Bündnis 90/ Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU). In den Gesprächen standen die zentralen Themen der LandFrauen im Mittelpunkt: Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft, Kinderbetreuung, Pflege, Infrastruktur, Bildung und Ehrenamt – Bereiche, die Frauen im ländlichen Raum besonders betreffen, da sie hier häufig die Hauptverantwortung für Familie, Pflege und Nachbarschaft tragen.

Dabei wurden in den Gesprächen unterschiedlichen Schwerpunkte deutlich. Im Gespräch mit Andreas Stoch (SPD) lag der Fokus auf der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Die LandFrauen wiesen auf die Schließung von Bereitschaftspraxen hin und setzten sich für den zügigen Ausbau kommunaler medizinischer Versorgungszentren ein. Zudem diskutierten sie die Situation pflegender Angehöriger und den Ausbau von Kita-Plätzen, um Frauen in ihrer Doppelbelastung von Familie und Beruf zu entlasten. Bei Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) standen Prävention, Gesundheitsförderung und die Vernetzung medizinischer Angebote im Vordergrund, beispielsweise durch mobile Dienste und die Einbindung von Hebammen. Auch Bildungsprojekte wie das Pflichtfach „Alltagskompetenzen“ sowie die mentale und finanzielle Absicherung von Frauen wurden intensiv besprochen. Im Gespräch mit Manuel Hagel (CDU) rückte die Infrastruktur in den ländlichen Regionen besonders in den Blick, darunter wohnortnahe Gesundheitsversorgung, Mobilität und innovative Wohnkonzepte.

Die Kandidaten würdigten die Rolle der LandFrauen als Expertinnen für die Belange der Menschen im ländlichen Raum und zeigten sich offen für die vorgebrachten Anliegen. Sie unterstrichen übereinstimmend die Bedeutung von Bildung, Ehrenamt und Engagement der LandFrauen für das soziale und kulturelle Leben in den ländlichen Regionen. Die LandFrauen machten zudem deutlich, welche zentrale Rolle Frauen in der Landwirtschaft auf den Betrieben übernehmen. Ihre vielfältigen Aufgaben – von unternehmerischer Verantwortung über familiäre Sorgearbeit bis hin zu gesellschaftlichem Engagement – müssen stärker wahrgenommen und angemessen unterstützt werden. Dabei kommt den Netzwerken der LandFrauen eine besondere Bedeutung zu: Sie ermöglichen Austausch, gegenseitige Unterstützung und die gezielte Stärkung von Frauen in den ländlichen Regionen. Mit dem Projekt „Starke Frauen – starkes Land“ haben die LandFrauen ein wirksames Instrument geschaffen, das diese Netzwerke sichtbar macht und Frauen unterstützt. Die Gespräche mit den Spitzenkandidaten dienten dazu, die Relevanz dieser Arbeit deutlich zu machen und die politische Unterstützung für dieses sowie weitere Angebote langfristig zu sichern.

Die Gespräche zeigten einmal mehr, wie wichtig eine gezielte politische Interessenvertretung für Frauen im ländlichen Raum ist. Ohne verlässliche Strukturen in Gesundheit, Bildung, Pflege und Infrastruktur tragen Frauen weiterhin den größten Teil der Sorgearbeit und sind in ihrer gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe eingeschränkt. Die Vertreterinnen der Arbeitsgemeinschaft bekräftigten daher ihren festen Willen zum Dialog und stellten klar: „Zukunftsfähige ländliche Räume brauchen starke Strukturen, verlässliche Versorgung und echte Gleichstellung. Wir bleiben dran – für starke Frauen, starke Familien und starke Regionen.“ Gleichzeitig betonten sie, dass die Gespräche auch nach der Landtagswahl nachhallen sollen und die Kandidaten daran gemessen werden, ihren Worten Taten folgen zu lassen.