Angesichts der vielen schlechten Nachrichten und Bilder, die uns ununterbrochen aus autoritären und totalitären Staaten erreichen, wird täglich der Wert unserer Demokratie immer deutlicher: Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen, Repräsentanz der Meinungen in der Politik, staatliche Gewaltenteilung, Schutz von Minderheiten … dies alles sind die Säulen eines guten Lebens, das wir genießen können.
Am 6. Oktober 2025 traf sich die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württembergs mit Minister Peter Hauk, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen: für bessere Lebensbedingungen von Frauen im ländlichen Raum. Mit großem Engagement überreichten die Vertreterinnen der LandFrauen ihre politischen Forderungen – ein starkes Papier, das deutlich macht, wo es auf dem Land noch hakt und was sich ändern muss. Im Mittelpunkt stehen die Themen, die den Alltag vieler Frauen prägen: eine verlässliche Kinderbetreuung, eine wohnortnahe medizinische Versorgung, gute Pflegeangebote für pflegebedürftige Angehörige und eine funktionierende Mobilität. Als berufsständische Vertretung der Frauen in der Landwirtschaft machen wir außerdem deutlich: Landwirtschaft braucht faire Rahmenbedingungen, soziale Sicherheit und gesellschaftliche Anerkennung. Die Arbeit der Landwirtinnen und landwirtschaftlichen Familien ist unverzichtbar – sie verdient Wertschätzung und Unterstützung. Ein weiteres zentrales Anliegen der LandFrauen ist die Stärkung des Ehrenamts. Baden-Württemberg ist das Land mit dem größten zivilgesellschaftlichen Engagement – und die LandFrauenverbände sind dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Gemeinschaft, Bildung und Interessenvertretung werden fast ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement getragen. Diese Leistung verdient nicht nur Respekt, sondern auch konkrete politische Unterstützung: Wir fordern Anerkennung und Bürokratieabbau, damit Ehrenamt auch in Zukunft Freude macht und möglich bleibt.
„Wir LandFrauen wissen, was das Leben auf dem Land lebenswert macht – und was es dafür braucht. Jetzt ist die Politik gefragt, dafür die richtigen Weichen zu stellen.“
Das Gespräch mit Minister Peter Hauk und seiner Referatsleiterin für Frauen, Familie und Beruf, Silvia Tappe, fand in einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre statt. Seit vielen Jahren treffen sich die LandFrauenverbände Baden-Württembergs zweimal jährlich mit dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Dieser kontinuierliche Austausch ist ein wichtiges Forum, um die Anliegen und Perspektiven der Frauen im ländlichen Raum direkt in die politische Diskussion einzubringen – konstruktiv, partnerschaftlich und auf Augenhöhe.
Unsere politischen Forderungen finden Sie diesem INFO-Magazin beigelegt. Sie sollen Sie ermutigen, mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen für gute Lebensverhältnisse und echte Zukunftsperspektiven für Frauen auf dem Land einzutreten. Gemeinsam machen wir den Unterschied!
Das fordern die LandFrauen konkret:
- Bessere Infrastruktur: Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, medizinischer Versorgung und Pflegeangeboten für pflegebedürftige Angehörige im ländlichen Raum.
- Mobilität sichern: Verbesserte ÖPNV-Angebote und flexible Mobilitätskonzepte für alle Generationen.
- Starkes Ehrenamt: Bürokratieabbau, Anerkennung und Unterstützung für das vielfältige Engagement von Ehrenamtlichen.
- Gleichwertige Lebensverhältnisse: Mehr gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit für die Herausforderungen ländlicher Regionen.
- Starke Landwirtschaft: Faire Preise, soziale Absicherung und Anerkennung der Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft.