Angesichts der vielen schlechten Nachrichten und Bilder, die uns ununterbrochen aus autoritären und totalitären Staaten erreichen, wird täglich der Wert unserer Demokratie immer deutlicher: Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen, Repräsentanz der Meinungen in der Politik, staatliche Gewaltenteilung, Schutz von Minderheiten … dies alles sind die Säulen eines guten Lebens, das wir genießen können.
Rund 450 Bäuerinnen, Weingärtnerinnen und Gäste, darunter auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Ministerien, Landratsämtern und Verbänden, haben sich beim diesjährigen Fachtag des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest getroffen. Unter dem Motto „Starke Frauen in der Unternehmensleitung“ ging es im Internationalen Jahr der Bäuerin genau um das Thema, das weltweit noch viel zu wenig Beachtung findet: Frauen in der Landwirtschaft sind das Rückgrat vieler Betriebe, doch nur 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden von einer Frau geleitet.
Organisiert wurde der Fachtag vom Agrarsozialen Arbeitskreis unseres Verbandes, der in diesem Jahr sein 38-jähriges Bestehen feiert. Präsidentin Karin Rau würdigte in ihrer Begrüßung die Arbeit des Arbeitskreises, bevor Isabel Kling, Ministerialdirektorin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, in ihrem Grußwort die Leistung von Frauen auf dem Hof, in der Familie und als „Kümmerinnen“ für die Mitarbeitenden hervorhob.
Besonders in Erinnerung blieb der Impulsvortrag von Christine Reitelshöfer, Zweiter Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. Sie sprach offen über die Hürden, die Frauen überwinden müssen, bevor sie einen Betrieb übernehmen, von überkommenen Rollenbildern bis zu strukturellen Problemen bei der Kreditvergabe. Ihr Appell, selbstbewusst die eigene Zukunft zu gestalten, brachte sie mit einem Zitat ihrer Tochter auf den Punkt: „Es heißt immer, die Klügere gibt nach. Aber wenn das jede machen würde, würden nur noch die Dummen entscheiden.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich junge Landwirtinnen wie Ann-Sophie Rukwied, Sophie Stier und Judith Krauß über ihren Weg in die Betriebsleitung aus, über den Wunsch nach weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und den Rückhalt in der eigenen Familie.
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