Erfolgreiche Online-Bildungsreihe „Friedenskompetenzen“ abgeschlossen

Friedenskompetenzen stärken: Kommunikation, Perspektivwechsel und Selbstreflexion

Wie lassen sich schwierige Gespräche konstruktiv führen? Wie kann es gelingen, auch in angespannten Situationen ruhig zu bleiben und einer Eskalation entgegenzuwirken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Online-Bildungsreihe „Friedenskompetenzen“, die der LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. mit Trainer und Kommunikationsexperten Timo Becker angeboten hat.

In drei Workshops erhielten die Teilnehmerinnen praxisnahe Impulse und Methoden, um die eigene Kommunikationsfähigkeit zu stärken und auch herausfordernde Gesprächssituationen konstruktiv zu gestalten.

Drei Säulen der Friedenskompetenz

Zum Auftakt stellte Timo Becker das Konzept der Friedenskompetenz vor. Im Mittelpunkt stehen drei miteinander verbundene Bereiche:

  • Perspektivwechsel
  • Kommunikation
  • Selbstreflexion

Friedenskompetenz versteht sich dabei nicht als starres Modell, sondern als fortlaufender Lernprozess. Die eigene Haltung zu hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und das eigene Kommunikationsverhalten bewusst zu gestalten, sind zentrale Bestandteile.

Anhand lebensnaher Beispiele konnten die Teilnehmerinnen verschiedene Kommunikationsstrategien direkt erproben. Eine wichtige Rolle spielte dabei das SAG ES-Modell. Es unterstützt dabei, das Gegenüber einzubeziehen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – anstatt Fronten aufzubauen.

Eigene Kommunikationsmuster erkennen

Der zweite Workshop richtete den Blick auf die eigene Kommunikation. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Menschen ihr Gegenüber wahrnehmen und kategorisieren und wie diese Einschätzungen die eigene Haltung und das Gespräch beeinflussen können.

Besonders relevant wurde dabei der Umgang mit Stresssituationen: Was in der Theorie einleuchtend erscheint, lässt sich im Moment einer emotionalen Auseinandersetzung oft nur schwer abrufen. Deshalb beschäftigten sich die Teilnehmerinnen auch mit konkreten Strategien, die helfen können, in angespannten Situationen bewusst zu reagieren.

Hilfreich können beispielsweise innere Leitsätze sein, die dabei unterstützen, kurz innezuhalten und die eigene Reaktion zu reflektieren:

„Ich bestimme, wer oder was mich ärgert.“

„Was hat mein Gegenüber heute schon erlebt?“

„Ich kann gerade nicht angemessen reagieren. Ich brauche kurz Zeit zum Nachdenken.“

Solche Gedanken können helfen, Abstand zur unmittelbaren Stressreaktion zu gewinnen und wieder handlungsfähig zu werden.

Friedenskompetenz weitertragen

Im abschließenden Workshop standen die Kompetenzen im Mittelpunkt, die insbesondere für Multiplikatorinnen wichtig sind. Dazu gehören unter anderem Empathie, Perspektivwechsel, eine positive Grundeinstellung und die Fähigkeit, Neutralität zu bewahren.

Gleichzeitig wurde deutlich: Friedenskompetenz im Alltag zu fördern, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Zeitmangel, herausfordernde Situationen oder fehlende Unterstützung können die Umsetzung erschweren. Umso wichtiger ist es, die eigenen Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen.

Die Bildungsreihe machte Mut, im Kleinen anzufangen: das Thema ansprechen, die eigenen Grenzen anerkennen, sich Zeit geben, mit einer konkreten Kompetenz beginnen und sich Verbündete suchen. Denn Kommunikations- und Friedenskompetenz entsteht vor allem durch eines: regelmäßiges Ausprobieren und Üben.

Mit der Bildungsreihe gab der LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. seinen Teilnehmerinnen konkrete Werkzeuge an die Hand, um Kommunikation bewusster zu gestalten und auch in schwierigen Situationen zu einem respektvollen und konstruktiven Miteinander beizutragen.