Angesichts der vielen schlechten Nachrichten und Bilder, die uns ununterbrochen aus autoritären und totalitären Staaten erreichen, wird täglich der Wert unserer Demokratie immer deutlicher: Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen, Repräsentanz der Meinungen in der Politik, staatliche Gewaltenteilung, Schutz von Minderheiten … dies alles sind die Säulen eines guten Lebens, das wir genießen können.
Am 13. März 2026 wurde der Auenhof in Neulingen-Bauschlott zum Schauplatz einer besonderen Begegnung: Die LandFrauen Dürrn-Neulingen unter der Leitung von Ulrike Ziegler besuchten im Rahmen einer Bildungsfahrt die Einrichtung, um den Dialog zwischen ländlicher Tradition und zukunftsweisenden sozialen Projekten zu vertiefen.
Eingebettet in die Bauschlotter Au, am Rande des Naturschutzgebietes Stromberg-Heuchelberg, hat sich der Auenhof zu einem „Kompetenzort“ entwickelt, der weit mehr als eine reine Betreuungseinrichtung ist. Die Philosophie des Hauses basiert auf der Verbindung des anthroposophischen Menschenbildes mit einer personenzentrierten Haltung. Für die Besucherinnen wurde dieser theoretische Unterbau in der Praxis greifbar: Inklusion bedeutet hier nicht nur Assistenz, sondern die Schaffung eines „Ermöglichungsraums“.
Während des Rundgangs wurde deutlich, dass die Arbeit auf dem Auenhof als sinnstiftendes Element verstanden wird. Die LandFrauen, selbst Expertinnen für regionale Erzeugung und handwerkliche Qualität, zeigten sich besonders beeindruckt von der Professionalität der verschiedenen Bereiche: In der 2024 fertiggestellten neuen Gärtnereihalle wird die Ernte (Kräuter und Gemüse) in konsequenter Demeter-Qualität aufbereitet. Die Produkte werden direkt im integrierten Hofladen vertrieben oder in der hauseignen Warmküche weiterverarbeitet.
In lockerer Runde bei Kaffee und Kuchen wichen Berührungsängste schnell dem Dialog. Hier wurde das Konzept der „inversen Inklusion“ lebendig: Der Auenhof öffnet sich als Raum für die gesamte Gemeinde. Auch sportliche Spitzenleistungen wie der Gewinn des „Sepp-Herberger-Awards“ durch die inklusive Fußballmannschaft unterstreichen, dass hier Inklusion gelebt wird.
Gekrönt wurde dies durch die Übergabe einer Spende von 600 € für die Ausstattung des neuen Hauses.

Auenhof gemeinsamer Kaffee
Text und Bilder von der Familie Ilg